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31.03.2025 | Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost

Medizinische Notfälle auf See

Unsere Segelcrew ist in die Vorbereitung für die Segelsaison gestartet: In einem Workshop ging es um wichtige Maßnahmen für den Ernstfall

Zwei Männer kümmern sich um einen älteren Mann, der auf einem Stuhl sitzt und Probleme mit der Atmung hat. Ein weiterer Mann kniet über einem Rucksack.
Die Ehrenamtlichen der Johanniter-Segelcrew bereiten sich u.a. auch auf medizinische Notfälle auf See vor. Was tun bei einem Asthmaanfall? Welche Maßnahmen retten Leben?

Die Crew der Jonathan Livingston Seagullbefindet sich in der Saisonvorbereitung: Letzte Arbeiten am Boot werden beendet, das Auskranen ist geplant, Trainings sind angesetzt. „Wir haben ein volles Programm, damit wir für die ersten Segeltörns mit den Jugendlichen im Sommer bestens vorbereitet sind“, erklärt Thilo Brandt, Ehrenamtlicher der Segelbootgruppe.

Zu den Vorbereitungen gehört es natürlich auch, die Crew auf eventuelle medizinische Notfälle vorzubereiten, denn längst nicht alle verfügen über eine sanitätsdienstliche oder anderweitig medizinische Vorbildung. „Auf See kann es dauern, bis bei einem Notfall Hilfe kommt“, ergänzt Brandt, der den Workshop „Medizinische Notfälle auf See“ organisiert hatte. Ob nun die Seenotretter zur Hilfe eilen oder in den Hafen zurückkehrt werden muss – wenn jemanden etwas passiert ist, muss die Crew mit Erster Hilfe zur Seite stehen – ruhig und koordiniert.

Genau dafür sind Workshops, wie der angebotene am vergangenen Samstag, gedacht: der Crew theoretisches Wissen an die Hand zu geben und gleichzeitig praktisch üben. „Natürlich war das erst einmal der Anfang, es sollen noch weitere Möglichkeiten zum Üben – zum Beispiel bei den Dienstabenden – folgen.“

Im Zentrum stand ein Vortrag der eingeladenen Seenotretter, die ihre Arbeit, ihre Flotte und Wichtiges zum Thema Brandverhütung vorstellten. Heiko Volz erklärte, worauf bei der Rettung einer Person aus dem Wasser zu achten ist. Teilnehmerfreundlich ging es erst nach der Mittagspause um Seekrankheit, ihre Folgen und was dagegen am besten zu tun ist.

Am Nachmittag wurde es praktisch: Julian Zimmer, Jannes Brandt und Tim-Henrik Traving, langjährige Ehrenamtliche im Sanitätsdienst, führten an drei Stationen in die Themen Reanimation, Atemwegsmanagement und Blutungsmanagement ein. Es ging also um die Herzdruckmassage, die Beatmung mit verschiedenen Hilfsmitteln und den Umgang mit Wunden sowie das Anlegen von Druckverbänden. „Einiges war sicherlich Wiederholung aus Erste-Hilfe-Kursen, aber vieles haben die Ehrenamtlichen heute zum ersten Mal gehört“, sagt Thilo Brandt. Natürlich ersetzt dieser Workshop keine Qualifikation als Sanitätshelfender, unterstützt aber dabei, im Ernstfall sicher und besonnen zu reagieren.

„Nicht nur hier, sondern auch bei den Trainings auf dem Wasser geht es vor allem darum, Abläufe zu üben. Dazu gehört auch der Umgang mit Unfällen oder Erkrankungen.“ Kleine Fallbeispiele forderten die Teilnehmenden dann schließlich praktisch heraus: Was tun bei Asthmaanfall, einer Platzwunde oder einer bewusstlosen Person?

Für die Ehrenamtlichen ging um 18 Uhr ein langer Tag zu Ende, gespickt mit vielen Infos, wertvollen Tipps und besonderen Erlebnissen in den Fallbeispielen.

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