Johanniter ziehen Kältehilfe-Bilanz
Im Winter 2024/25 versorgten rund 800 Ehrenamtliche bundesweit an 21 Standorten tausende Bedürftige

Mehr als 500.000 Menschen haben in Deutschland keine eigene Wohnung – deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Rund 47.300 Personen lebten 2024 auf der Straße oder in Behelfsunterkünften (Quelle: Wohnungslosenbericht der Bundesregierung). Umso wichtiger, dass die Johanniter-Kältehilfe auch in den vergangenen kalten Wintermonaten obdachlose und hilfebedürftige Menschen unterstützt hat. In vielen Städten und Regionen verteilten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tatkräftig warme Suppen, heiße Getränke, Decken und Winterkleidung. Auch eine medizinische Versorgung und Beratung stellten die Johanniter bereit. Manche Standorte wie der Ort der Wärme im Berliner Humboldt Forum bieten bis in den April hinein warme Getränke und Speisen.
„Wir Johanniter und vor allem unsere rund 800 ehrenamtlich in der Kältehilfe tätigen Kolleginnen und Kollegen erfahren täglich an unseren Standorten, dass die Kälte- und auch die Wohnungslosenhilfe dringend benötigt werden. Für viele ist es die einzige Möglichkeit, eine warme Mahlzeit zu bekommen“, so Anne Ernst, Geschäftsbereichsleiterin Krisenmanagement & Nothilfe in der Bundesgeschäftsstelle. Ohne die Spendenbereitschaft vieler Menschen wäre diese Hilfe nicht möglich. „In diesem Jahr kamen 277.000 Euro an Spenden für die Kältehilfe zusammen. Wir bedanken uns bei allen Spenderinnen und Spendern für diese so wichtige Unterstützung unserer Arbeit.“
Allein die Berliner Johanniter haben in dieser Kältehilfesaison rund 35.000 Mahlzeiten ausgegeben und dabei leisteten rund 500 Ehrenamtliche etwa 7.300 Einsatzstunden. Warme Getränke, ein warmes Essen – in der Berliner Notübernachtung “Ohlauer 365” verteilen Ehrenamtliche nahezu 200 Portionen jeden Abend. Die Einrichtung in der Ohlauer Straße 22 in Kreuzberg ist seit 2018 ein wichtiges Angebot der Johanniter-Kältehilfe. Seit Sommer 2024 finden hier Menschen ohne feste Wohnung an 365 Tagen einen kostenlosen Schlafplatz. Es gibt 88 Betten für Männer, verteilt auf drei Etagen in schlichten Sieben-Bett-Zimmern, außerdem Toiletten, Duschräume, eine Kleiderkammer, medizinische Sprechstunden zweimal wöchentlich und eine eigene Sozialberatung. Seit Anfang Juni 2024 haben dort obdachlose Menschen 24.750 mal übernachtet. Zusätzlich gab es über 13.000 Gäste, die nicht übernachteten, aber mit einem warmen Abendessen versorgt wurden.
Ein offenes Ohr für die Not und Sorgen der Menschen
Während die Notübernachtung auf der Straße lebenden Menschen ein warmes Bett bietet, sind die Kältebusse der Johanniter mobil unterwegs, um Bedürftige mit wärmendem Tee, einer Mahlzeit und Schlafsäcken zu versorgen. Die Kältebusse bieten nicht nur eine Grundversorgung, sie sind ebenso soziale Treffpunkte. Die Helferinnen und Helfer haben hier stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen. „Viele haben wirklich Schweres erlebt. Keiner geht freiwillig auf die Straße“, berichtet Karin Stelljes, Leiterin der Kältehilfe in Bremen. Die ärgste Not dieser Menschen ein klein wenig zu lindern, dem hat sich ihr Team verschrieben.
Die Kältehilfe der Johanniter
Die Johanniter bieten seit mehr als zehn Jahren Kältehilfe an. In 19 Städten und Regionen in Niedersachsen, Hessen, Saarland, Brandenburg, Baden-Württemberg und NRW sowie in Bremen und Berlin werden mit Kältehilfebussen und an festen Standorten warme Mahlzeiten, Hygieneartikel, warme Kleidung und Schlafsäcke ausgegeben. Hinzu kommen bundesweit Lebensmittelausgaben, Betreuungsangebote, Unterkünfte und medizinische Betreuungsangebote für wohnungslose und hilfebedürftige Menschen.
Weitere Informationen zu den bundesweiten Kältehilfeprojekten der Johanniter finden Sie hier https://www.johanniter.de/spenden/projekte-deutschland/soziale-projekte/kaeltehilfe-in-deutschland/.
Über die Johanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit rund 31.000 Beschäftigten, mehr als 46.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland. Mehr Informationen unter www.johanniter.de/johanniter-unfall-hilfe.