Ausrichtung einer Knieendoprothese

Erläuterung aktueller Alignment Philosophien in der Knieendoprothetik

In der Regel wird das klassische mechanische Alignment im Johanniter-Krankenhaus Gronau (Leine) eingesetzt. Für das Resultat einer geraden Beinachse spielt die präarthrotische Achse des Patienten keine Rolle. Die Prothese steht 90° auf dieser Achse.

Als Abwandlung wird das anatomische Alignment eingesetzt. Hierbei wird eine um 3° nach medial abfallende Gelenklinie, wie es natürlicherweise vorkommt, bei der Prothesenimplantation berücksichtigt.

Unter Zuhilfenahme technischer Hilfsmittel kann auch ein kinematisches oder restricted kinematisches Alignment erfolgen. Dazu stehen patientenindividuelle Schnittblöcke, Navigation und patientenindividuelle Prothesen zur Verfügung. Durch diese Hilfsmittel ist eine korrekte Umsetzung der Prothesenplanung möglich.

Das kinematische Alignment rekonstruiert die individuelle Beinachse des Patienten vor der Arthrose, ohne Grenzwerte. Deutliche „Fehlstellungen“ sind möglich und gewünscht. Beim sog. restricted kinematischen Alignment liegen die erlaubten Fehlstellungen in einem erlaubten Grenzbereich von maximal 5° am Oberschenkel und oder Unterschenkel. Die Gesamtbeinachse zeigt hierbei eine maximale Abweichung von 3°.

Beim funktionellen Alignment wird eine geringe Varus- oder Valgusfehlstellung belassen (180 +/- 3°). Am Ober- bzw. Unterschenkel betragen die Gelenkwinkel 90 +/- 3°. Die Rotation der Oberschenkelkomponente wird durch die Bandspannung in Beugung, in einem Korridor von +/- 3° zur Epikondylenachse, eingestellt.

 

Bisher hat keine Ausrichtungsphilosophie eine statistisch signifikante Überlegenheit im postoperativen Ergebnis gezeigt. Es ist Aufgabe des Operateurs, das für den Patienten voraussichtlich beste Verfahren zu erarbeiten.